Bundesleistungssingen des Sängerbundes

15. Mai 1998

Monatelange intensive, konsequente und harte Probenarbeit des MGV Sängerchor Heiligenhaus und seines Dirigenten, Chordirektor Gerd Fuchs, wurden am Samstag, 15. Mai 1999 im Stadttheater Gummersbach mit Erfolg gekrönt:

Der MGV Sängerchor ersang sich beim Bundesleistungssingen des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen als erster und bisher einziger Chor des Rheinisch-Bergischen Sängerkreises und einer der ganz wenigen im Lande zum achten Male in ununterbrochener Serie den Titel "Meisterchor". Der gilt nach den Bestimmungen für fünf Jahre, also in das neue Jahrtausend und auch über das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen des Sängerchores in 2002 hinaus. Achtmal Meisterchor bedeuten fast 40 Jahre Laienchorgesang auf höchstem Niveau, die immer neue Bereitschaft ,sich dafür zu engagieren.

Für den Präsidenten des Sängerbundes NRW, Rolf Hauch, auch Grund für einen ganz besonderen Dank an den Heiligenhauser Chor und

Zum achten Male Meisterchor
 
 
 

40 Jahre Meisterchor
- Gesang auf höchstem Niveau -
 
 
 

"Man erwartet Besonderes von Ihnen".
Rolf Hauch
Präsident des Sängerbundes
 
 

für eine namhafte Notenspende, die Sängerchor-Vorsitzender Werner Rottländer am Samstagabend neben der Ehrenurkunde unter dem Jubel der Sänger- und Zuhörerschar im mehr als vollbesetzten Bühnenhaus Gummersbach aus der Hand des Präsidenten entgegennehmen konnte.

Hauch gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß Leistungsförderung und solche Leistungsbeweise gerade in der heutigen Zeit wichtig für den Chorgesarig seien. Der Titel verpflichte von Konzert zu Konzert das Beste zu geben: "Man erwartet Besonderes von Ihnen."

Der Sängerchor hatte als zweiter von insgesamt 19 Chören (17 weitere traten am Sonntag an) den Leistungsbeweis zu geben.

Schon um sieben Uhr morgens fuhren die gut 70 Aktiven mit einem Doppelstockbus in Richtung Gummersbach, wo nahe des Theatersaales von 7.50 bis 9.50 Uhr eine letzte Probemöglichkeit bestand. Die oberbergische Kreisstadt war der nächstgelegene Austragungsort des Leistungssingen in der Heiligenhauser Meisterchorgeschichte; am weitesten entfernt wohl Arnsberg und Ahaus in Westfalen. Die Nähe bedeutete aber auch den frühen Auftritt, was aus verschiedenen Gründen nicht günstig ist.

Punkt 10.20 Uhr traten die einheitlich in weiß-rot-schwarz gekleideten Sänger aus Heiligenhaus auf die Bühne. Angespannt und auf geregt war wohl jeder von ihnen, als Chorleiter Gerd Fuchs als erstes den Aufgabechor - wird ebenso wie das Aufgabevolkslied vom Sängerbund vorgegeben und ist in zwölf Wochen einzustudieren -"Nachtmusik" von Franz Schubert anstimmte. In der gewählten Vortragsfolge ging es mit dem Wahlvolkslied "Sandmännchen" (Josef Schwartz), dem Pflichtvolkslied "Hab mein Wagen vollgeladen" (Satz Wolfgang Lüderitz) und dem Wahlchor "Ewig ist der Himmel" von Rudolf Desch, einem der schwierigsten Chorwerke überhaupt, weiter.

Viele Heiligenhauser, der Vorsitzende des Rheinisch-Bergischen Sängerkreises Hubert Eschbach und Overaths Bürgermeister Siegfried Raimann, Aktive der Nachbarvereine drückten von den Rängen des schon am frühen Morgen vollbesetzten Bühnenhauses aus kräftig die Daumen - mit Erfolg. In der Mittagspause kam die erlösende Nachricht: Es ist geschafft.

Zurück in Heiligenhaus erwartete die Aktiven eine tolle Überraschung: Die Damen der Sänger und Heiligenhauser Bürger begrüßten den Meisterchor

auf dem Kirchplatz mit Transparenten, Fahne und festlicher Lautsprecher musik und geleiteten ihn ins nahe Sängerheim, wo mit kühlem Kölsch die Strapazen des Tages vertrieben wurden.

Wie schafft man es, zum achten Mal in Folge Meisterchor zu werden? Ganz einfach: Eine Sängerfrau, in diesem Fall Margot Hayn, zündet zur Zeit des Auftritts in der Kirche St. Rochus eine Kerze an. Göttlicher Beistand wirds schon richten. Dies allein bescherte den 77 Sängern des MGV Sängerchor Heiligenhaus natürlich nicht den höchsten Titel für Laienchöre im Deutschen Sängerbund. Aufgrund intensiver Vorbereitung der anspruchsvollen Chorwerke und einem professionellen Auftritt vor den Juroren im Gummersbacher Stadttheater wurde der Sängerchor am Samstag, 15. Mai 1999 mit dem achten Ehrentitel geadelt.

Zum Festkommers im Sängerheim fand sich nun die große MGV-Familie nebst den Honoratioren der Aggerstadt ein. Der Vereinsvorsitzende Werner Rottländer erinnerte noch einmal an die entbehrungsreichen Wochen und Monate, die hinter dem Klangkörper liegen. Zweimal pro Woche fanden sich die Choristen ein zur Probe-Stunde bei Chorleiter Gerd Fuchs, anfangs noch unterstützt von Vize-Chorleiter Valentin Pantenburg.

Seitens der Stadt Overath überbrachte Bürgermeister Siegfried Raimann Glückwünsche. Raimann hatte den Auftritt des Heiligenhauser Chores live mitverfolgt. "Ich habe mich hilflos gefühlt", bekannte der Bürgermeister. Zwischen Hoffen und Beten habe er die streßvolle Viertelstunde Überstanden. Sein ehrliches Bekenntnis: "Ich bewundere Euch alle!" Das Glückwunschschreiben der Stadt hatte er und Stadtdirektor Heinz Willi Schwamborn schon an exponierter Stelle ins Mitteilungsblatt der Stadt Overath rücken lassen ("eine besondere Ehre für die Stadt"), nun folgte eine wohlfeile Ausgabe des Schreibens in Urkundenform.

Trotz Flaute im Stadtsäckel überreichte Raimann ein Geldpräsent, das er aus eigener Tasche zum runden Sümmchen aufstockte. Für den siebten Titel 1994 hatte Josef Büscher, damals Bürgermeister, heute Ehrenbürger, die Sänger ebenfalls mit einem Geldpräsent beschenkt. Büscher, der aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt ins Oberbergische nicht mitmachen konnte, war über den glücklichen Ausgang der Ereignisse als einer der ersten im Ort informiert - Nachbarskinder übermittelten die gute Kunde. In zehn Jahren, bei der Feier des zehnten Titels, hoffe er, noch immer dabei sein zu können.

Nach weiteren Grußadressen, unter anderem durch den Vorsitzenden des Rheinisch-Bergischen-Sängerkreises, Hubert Eschbach, von Adolf Schmidt (Heiligenhauser Ortsvereine), Anneliese Lutz (Kirchenchor "Cäcilia") und Jürgen Arndt (CDU-Stadtverband Overath), wurde es Zeit für die Sänger vom Heiligenhauser Berg. Noch einmal trugen sie ihre Erfolgsstücke aus Gummersbach vor, das

"Sandmännchen" (Josef Schwartz),
"Hab mein Wagen voll geladen" (Satz Wolfgang Lüderitz), die
"Nacht musik" (Franz Schuberts) und
"Ewig ist der Himmel" (Rudolf Desch).

Dazu gab es noch ein "Hoch" auf den Ehrenvorsitzenden Willy Schmidt, der in den Tagen zuvor das 70. Lebensjahr vollendet hatte. Bis spät nach Mitternacht feierte die große Sängerfamilie noch in froher Runde den 8. Meisterchortitel!

Das Meisterstück gelang den Sängern des MGV Heiligenhaus in Gummersbach zum achten Mal.

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