103. Stiftungsfest und Kirmes

22.-25.Juli 2005

Eine riesige weiße amerikanische Stretch-Limousine mit abgedunkelten Scheiben erregte am Samstagabend bei der Fahrt von der Florastraße zum St. Rochus-Platz Aufsehen in Heiligenhaus. Unterwegs waren aber weder Regierungs- noch Showgrößen. Vielmehr ließ der MGV Sängerchor mit dem Lincoln Gefährt seine Jubilare 2005 vom Sängerheim zum nahen Festzelt chauffieren. Die Möglichkeit dazu hatte Ex-Karnevalsprinz Achim Geißler in seinem Bekanntenkreis gefunden und spontan dem Chor bzw. seinen besonders verdienten Mitgliedern bereitgestellt.

Der große Bunte Abend zum 103. Stiftungsfest gab dem Verein die Möglichkeit, sich im Ort wieder einmal chormusikalisch zu präsentieren und im würdigen Rahmen der sehr gut besuchten Veranstaltung die Sängerjubilare zu ehren.

Vorsitzender Werner Rottländer konnte unter den gut gelaunten Gästen und Gratulanten unter anderem Altpfarrer Michael Schmilz, den Bundestagsabgeordnelen (und stellverlretenden CDU/CSU Fraktionsvorsitzenden) Wolfgang Bosbach, das frischgewählte Landlagsmilglied Rainer Deppe, Overaths Vizebürgermeister Dr. Dieter Schmilz und MGV-Ehrenmitglied Willi Wasser willkommen heißen.

Die von Chordireklor Gerd Fuchs dirigierten Sänger ließen zunächst Roland Aysslingers "Hymnus an den Gesang" erklingen; schöner hätte man zur Ehrung nicht überleiten können. Werner Rottländer sprach die Laudatio auf die vier Sängerjubilare 2005, die alle die volle Zeit im Heiligenhauser Chor aktiv waren.

Auf 25 Jahre kann Karl-Josef Lingen, 1. Bass, zurückblicken, der nebenbei auch immer aktiver Feuerwehrmann in der örtlichen Löschgruppe war. 40 Jahre ununterbrochen dabei ist Heinrich Trompetter, 1. Tenor. Er kam als ganz junger Mann zum Chor kam und hielt ihm - trotz zwischenzeitlicher auswärtiger Beschäftigung - bis heute die Treue.

Ganze 50 Jahre im Sängerchor aktiv sind Theo Wasser und Peter Wester - Wester ist außerdem seit 35 Jahren ununterbrochen Kassierer im Vorstand - , beide 1. Tenor , die 1955 unter Dr. Rudolf Becher in den MGV eintraten und die ganze Erfolgsgeschichte des Vereines mitgestalteten. Zu nennen der erste große auswärtige Erfolg der Heiligenhauser beim Gesangswettstreit in Koblenz 1956 und alle neun Meisterchorsingen, die dem Chor von 1962 bis zum heutigen Tag den Titel sicherten.

Den Dank des Sängerchor unterstrich der Vorsitzende mit der Übergabe entsprechender Ehrenurkunden und eines "guten Tropfens" zur Stimmpflege: "Wir alle hoffen, dass ihr noch viele Jahre bei guter Gesundheit in unserer Chorgemeinschaft aktiv mitwirkt!" Die Sänger gratulierten mit dem musikalischen "Hoch". Besonders passend auch "Jahre kommen, Jahre ziehen..." von Rudi Kühn, bei dem sicher jeder Jubilar sein Sängerleben im Zeitraffertempo Revue passieren ließ. Der Festabend ging anschließend mit Musik und bejubelten Künstlerauftritten weiter.

Vier Tage lang feierten die Heiligenhauser das 103. Stiftungsfest des MGV Sängerchor, in alter Tradition wieder in Verbindung mit der Ortskirmes. Trotz durchwachsenem, eher kühlem Wetter kamen erfreulich viele Gäste zu den Veranstaltungen ins moderne Festzelt neben der St. Rochus-Kirche und auf den angeschlossenen bunten Kirmesmarkt mit Skooter, Big Wave, Kinderkarussell und Buden verschiedenster Art.

Von besonders unangenehmer Seite zeigte sich Petrus zur Eröffnung am Freitagabend, als vor allem junge Leute zur großen "Beach-Party" von und mit Solution-Concept ins Zelt eingeladen waren. Denen machte die Kühle aber wenig aus und ließ sie in großer Zahl bei südlicher Stimmung unter Palmen fröhlich, friedlich und bei leckerer Sangria feiern.

Freitagabend öffnete auch das Marktgeschehen. Auch zu den Zeltveranstaltungen der Folgetage kamen frohgelaunte Gäste - nicht nur aus Heiligenhaus - in erfreulich großer Zahl.

Der Bunte Abend am Samstag brachte nach Chorgesang und Jubilarenehrung (wir berichteten) zwei tolle Auftritte, die einen Hauch von Fasteloovend mitten im Sommer und Superstimmung ins proppenvolle Zelt zauberten.

Heinz Baumeister, Kölner Humorist der Spitzenklasse, zog in der Maske der "Putzfrau von Ründeroth" das begeisterte Publikum in seinen Vortrag mit ein, ließ kein Auge trocken und strapazierte die Lachmuskeln aufs Äußerste.

Da fehlten dann noch herrliche schmissige oder besinnliche Kölsche Lieder, die "Et fussisch Julchen" alias Marita Köllner ins Zelt zauberte und die die Gästeschar mit Hilfe der "tollen Beschallungsanlage" (von Sulution Concept) endgültig aus dem Häuschen und zum Mitsingen und Mitschunkeln brachte. Köllner, auch als Moderatorin der "Närrischen Hitparade" des WDR landesweit bekannt, erinnerte die Heiligenhauser an deren Ausgabe 2005, bei der Jürgen Wunderlich unter 500 Bewerbern in die Endausscheidung kam und dort Dritter wurde: "Für mich persönlich war Jürgen mit seinem "Janz klein' Stück vun Kölle" eindeutig Favorit, aber ich muss natürlich neutral bleiben und die Telefonabstimmung respektieren!"

Der Kirchweihsonntag begann bereits um 9.45 Uhr mit einer Festmesse in St. Rochus, die der Sängerchor unter der Leitung von Chordirektor Gerd Fuchs musikalisch besonders feierlich gestaltete. Von der Kirche waren es dann nur wenige Schritte ins Zelt, wo anschließend der Musikverein Winterscheid drei Stunden lang zum zünftigen Bergischen Frühschoppen aufspielte.

Höhepunkt des Schoppens die zweite Auflage der Heiligenhauser Mini-Playback-Show, die MGV -Tenor Jürgen Wunderlich mit Kindern aus dem Ort und mit Hilfe der Eltern zusammengestellt hatte. Ein köstliches Vergnügen, als Lara Franken, Christina Hasberg, Svenja Köster, Nadine Oppelt, Ina Vogel, Tobias Geißler, Sebastian Lieth, Florian Pütz und Marcel Wunderlich trotz Lampenfiebers große Schlagerstars - von Roberto Blanco bis zu Nena, die mit "99 Luftballons" die Show abschloss - nahezu perfekt parodierten. Das Publikum tobte, frenetischer Beifall lohnte den kleinen Künstlern die wochenlange Probearbeit.

Montagnachmittag lud der Sängerchor Pänz aus dem Ort zu Karussellfreifahrten ein; Jürgen Wunderlich und Peter Wester wurden die Fahrchips nahezu aus der Hand gerissen. Abends dann der gemütliche Kirmesausklang im Zelt mit Solution-Concept, einer Wiederholung der Mini-Playback-Show und der Auslosung der beliebten Stiftungsfest-Tombola, bei der als Hauptpreise wieder zwei Mitfahrten auf der nächsten Konzertreise des Sängerchors winkten.

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