Meisterchorsingen - Warum?

von Claudia Rübben-Laux

Zunächst einmal möchte ich allen Sängern des MGV Sängerchor Heiligenhaus meinen alierherzlichsten Glück wunsch sagen zum 11. Meisterchortitel in Folge. Es gibt wahrlich nicht viele Chöre im CV NRW denen das gelungen ist! Sie haben das grandios gemacht!

Lassen Sie uns ein wenig über den Sinn eines solchen Leistungssingens nachdenken!
Die Leistungssingen des Chorverbandcs NRW bieten unseren Chören vielfältige Aspekte der Leistungssteigerung, öffentliche Anerkennung und die Möglichkeit an einem Wettbewerbstag vielen anderen Chören zu begegnen und Kontakte zu knüpfen.

Nur selten werden einzelne Stücke in der Chorprobe so akribisch und bis in's kleinste Detail genau vorbereitet, wie vor einem solchen Leistungssingen. An der Intonation wird gefeilt, dynamische Verläufe genau festgelegt, der Text hinterfragt und musikalisch umgesetzt. Es wird intensiv aufeinander gehört.

Diese sängerischen Tugenden werden dann fast wie von selbst auch auf andere Stücke des Chorrepertoires übertragen, was dann die Qualität des Chores steigert. Insofern wird jeder Chor, ganz gleich mit welchem Ergebnis er abgeschnitten hat, schon durch die intensive Vorbereitung zum Gewinner.

Außerdem bedeuten beurkundete Leistungen immer auch einen Zugewinn an öffentlicher Wertschätzung und somit verstärkte Werbemöglichkeiten für den Chor.

Welche Anforderungen gibt es nun beim Meisterchorsingen?

Jeder Chor muss vier Stücke vortragen, alle unbegleitet (a cappella). Ein strophisches, homophones Volkslied ( in unserem Falle: Kölscher Jung), wobei der unterschiedlichen Gestaltung der Strophen keine Grenzen gesetzt sind.

Die zweite Aufgabe besteht im Vortrag eines durchkomponierten Volksliedes (Wenn es Tag wird in den Bergen). Hier sind die Gestaltungsmerkmale bereits stärker vorgegeben. Dann gibt es noch ein Pflicht chorwerk (Nachtlied) und ein Wahlchor werk (In den Bergen im Licht), die aus unterschiedlichen musikalischen Epochen stammen müssen. Beim Vortrag der beiden Chorwerke sollte zunächst besonderes Augenmerk auf den Klanggehalt der Stücke gelegt werden.

Weiterhin ist neben Intonation und rhythmischer Präzision eine klingende Interpretation des Textinhaltes wichtig. Dies ist natürlich viel mehr als bloße Textverständlichtkeit. Neben der puren Umsetzung von dynamischen (Lautstärke) und agogischen Vorgaben (Geschwindigkeitsveränderungen) in der Komposition sind zusätzliche Gestaltungsideen besonders gefragt. Das ledigliche „Kleben am Notenlext" hat beim Musizieren wenig zu suchen. Und schließlich ist es wichtig, die musikgeschichtliche Einbindung eines Werkes deutlich hörbar werden zu lassen. Ein romantisches Chorwerk muss anders klingen, als ein Werk der Gegenwart.

Sich intensiv mit all diesen Aspekten auseinanderzusetzen ist für Chor und Chorleitung gleichermaßen spannend und lohnend. Hier erweitern auch Konzertbesuche anderer Chöre den Horizont oder das gemeinsame Hören exemplarischer CD-Aufnahmen. Auch „Coachings" (ein externer Fachmann kommt in den Chor und arbeitet exemplarisch) sind sehr wertvoll für jeden Chor.

Der Unternehmer Philip Roscnthal hat einmal sehr treffend gesagt: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein!"

In diesem Sinne wünsche ich dem MGV Sängerchor alles Gute für eine erfolgreiche musikalische Zukunft!

Änderungen und Ergänzungen vorbehalten!
 
Copyright © 2000-2017 - MGV Sängerchor Heiligenhaus 1902 e.V.