Kölsche Mess für Orjel, Tröt un Trumm

04. November 2017

Einen ganz besonderen Auftritt und besonderes Erlebnis hatte der MGV Sängerchor Heiligenhaus am vergangenen Samstagabend in der romanischen Basilika St. Aposteln am Neumarkt in Köln. Zusammen mit dem Frauenchor Erftstadt-Lechenich, dem Kölner Bläser-Ensemble und Donatus Haus an der Orgel begeisterte der Chor unter der Gesamtleitung von Claudia Rübben-Laux mit der Aufführung der „Kölsche Mess für Orjel, Tröt un Trumm“ von Werner Brock. Bei den Bariton-Soli brillierte Jürgen Wunderlich, Vorsitzender und Vizedirigent des MGV.

St. Aposteln

Anlass war der 90. Geburtstag des vor einem guten Jahrzehnt verstorbenen Komponisten, dessen Witwe auch zur „Mess“ gekommen war und die Sessionseröffnung zum 135jährigen Bestehen der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft. Das mächtige Werk von Werner Brock (Text: Ria Wordel) wurde jetzt erst zum fünften Mal überhaupt aufgeführt. Musikdirektorin Claudia Rübben-Laux ließ die Ausführenden in dem von Professor Dr. Bernd Lutz zelebrierten Pontifikalamt harmonisch zusammenwirken und in der überfüllten Basilika eine begeisternde Leistung zur Ehre Gottes und zur Freude der Gottesdienstbesucher zeigen. Die einführenden Worte sprach Gisbert Baltes, bekannter ehemaliger Redakteur des WDR, Kollege und besonderer Freund von Werner Brock, der unter anderem in Rundfunkorchestern spielte.
Programmheft

Die „Kölsche Mess“ ist der gelungene Versuch des 2006 verstorbenen Musikers, aus dem Humus christrheinischer Kultur zu einer musikalisch ernsthaften Auseinandersetzung mit den ins Kölsche übertragenen Messtexten zu kommen. Ria Wordel hat nicht eine Übersetzung im eigentlichen Sinn, sondern eine umschreibende Übertragung des Messordinariums ins Kölsche vorgenommen und dabei den Charakter von Gebet, Bekenntnis und Lobpreis gewahrt „Dröm losse mr en allemolde lovve“. Dass man die kölsche Mentalität durchspürt, mit dem Herrgott ein wenig auf du und du zu stehen, mag den Nichtkölner verwundern. Dem Rheinländer, vor allem dem Kölner, wurde beim Zuhören richtig warm ums Herz, auch wenn ihm zwischendurch ein Schauer der Ehrfurcht über den Rücken lief. Zusätzlich beeindruckend auch das abschließende, von Chören und Gläubigen gemeinsam gesungene und vom Ensemble und der Orgel begleitete „Großer Gott, wir loben dich“, natürlich in Kölscher Fassung: „Dat all, wat Dich lovve kann, deit met uns sing Stimm erhevve…“. Herzliche Dankesworte von Professor Dr. Lutz, frenetischer Beifall der begeisterten Gottesdienstbesucher, darunter auch eine riesige Fahnenabordnung der „Plaggeköpp“ Kölner Karnevalsgesellschaften, waren den Ausführenden (die anschließend zur Sessionseröffnungsfeier der Großen Kölner in den Gürzenich gebeten waren) der schönste Dank.

Beim MGV Heiligenhaus können erst jetzt die Vorbereitungen für die weihnachtlichen Auftritte im Altenheim Wahlscheid (8. Dezember), im 50. Jahr im Vinzenz-Pallotti-Hospital Bensberg (9. Dezember) und das eigene Weihnachtskonzert am Freitag, 22. Dezember, in der Aula Overath-Cyriax, beginnen.

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